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Weniger Working Capital, mehr Liquidität
Bestandssenkung ist der größte Erfolgsfaktor2010_08_16_welt

Der Vertrieb fordert einen immer höheren Lieferservicegrad um Marktanteile zu sichern oder neu zu erobern. Das Controlling achtet genau darauf, dass die Bestände nicht weiter steigen. Für die Materialwirtschaft und Logistik ist dies ein täglicher Spagat: Bestände binden wertvolle Finanzreserven, ganz gleich ob es sich um den Lagerbestand an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Halbfabrikaten für die Produktion inklusive Fertigerzeugnissen, Handelsware, Ersatzteile für die Instandhaltung oder um Service-Ersatzteile für den Aftermarket handelt.

Bestandssenkung ist der größte Erfolgsfaktor für ein effizientes Working Capital Management und für die Schaffung zusätzlicher Liquidität und dies ist nicht nur in Krisenzeiten ein dringendes Anliegen seitens der Geschäftsleitung. Bestandsreduzierung funktioniert jedoch nicht nach dem Gießkannenprinzip: Jede Bestandsposition und damit jeder Artikel dürfen nur soweit reduziert werden, dass keine Fehlbestände (stock-out) auftreten. Die Konsequenz davon sind häufig verärgerte Kunden, Fehlteile in der Produktion mit der Folge von Produktivitätsverlusten, zusätzlicher Steuerungsaufwand sowie verschobene oder entgangene Umsätze.

Cash is king.

Bestandsoptimierung heißt also, die Bestände gezielt auf einen geforderten Lieferservicegrad einzustellen - einige Mengen bewusst zu erhöhen, die meisten jedoch auf ein definiertes Niveau abzusenken. Viele agiplan-Projekte zeigen, dass so binnen weniger Wochen, eine zusätzliche Liquidität von 10 bis 35 Prozent erschlossen werden kann. Neben der Verbesserung der Lieferfähigkeit reduziert sich durch den Wegfall des „Trouble-Shooting" bei Fehlbeständen auch der tägliche Arbeitsaufwand in der Materialdisposition. Laufende Logistikkosten, insbesondere Lager- und Beschaffungskosten, sinken signifikant.

Weidmüller optimiert globale Bestandssteuerung2010_08_16_schwarz_marcus

Im Logistikzentrum Detmold, der zentralen Logistikdrehscheibe des Unternehmens Weidmüller werden täglich rund 1.800 Lieferungen mit ca. 12.000 Artikeln bearbeitet. Im Rahmen der Neuausrichtung der Supply Chain wurden Lieferbereitschaft und -treue bei optimiertem Bestand als Erfolgsfaktoren des Unternehmens für eine kundenfokussierte Logistik definiert. agiplan bekam die Aufgabe, für die 40.000 Verkaufsartikel des Sortiments eine Bestands- und Bewirtschaftungsstrategie zu entwickeln und analysierte dabei Dispositionsverfahren und Parametereinstellungen. Im empfohlenen Szenario kann Weidmüller den Servicegrad deutlich erhöhen, und den Bestand weiter optimieren „Jetzt möchten wir dieses Ergebnis mit agiplan implementieren", meint Marcus Schwarz, Director Global Logistics + Supply Chain Management bei Weidmüller.