Themen Blockchain als Treiber der Energiewende

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Die Blockchain-Technologie bietet die Möglichkeit, Strom aus Erneuerbaren Energien (EE) zukünftig frei und marktwirtschaftlich zu handeln. Die Aussicht auf höhere Renditen für private Betreiber und eine weniger regulierte Energiewirtschaft könnte die Energiewende entscheidend vorantreiben.

Der Energiewende fehlen attraktive Geschäftsmodelle

Deutschland will den Anteil Erneuerbarer Energien bis 2035 auf rund 60 % erhöhen. Die Energiewende hat jedoch ein entscheidendes Problem, was die Zielsetzung in Frage stellt: Ihre Kostenineffizienz. Aktuell zahlen Endverbraucher für EE-Strom höhere Preise als für Energie aus fossilen Brennstoffen. Nicht etwa weil dessen Erzeugung teurer wäre, sondern weil das Einspeisen von Solarstrom oder Windenergie vieler (kleinerer) Erzeuger vermehrt zu Frequenzschwankungen und Netzengpässen führt, welche die Netzbetreiber ausgleichen müssen – ein Service der letztlich auf den Endverbraucher umgelegt wird.

Nicht nur für den Endverbraucher, sondern auch für die (kleineren) Anbieter von EE-Strom, z.B. private Betreiber von Photovoltaikanlagen, ist die Energiewende bislang wenig lukrativ: Seit 2000 wird das Einspeisen von EE-Strom ins deutsche Stromnetz staatlich durch das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) gefördert. Dabei handelt es sich um eine fixe Vergütung, die sich an der Menge des eingespeisten Stroms bemisst, und die durch das EEG auf eine Dauer von 20 Jahren festgelegt ist. Demzufolge endet ab 2021 für die ersten EE-Anlagen die staatliche Förderung.

Blockchain als Plattform für den marktwirtschaftlichen Handel mit EE-Strom

Eine Lösung könnte im freien marktwirtschaftlichen Handel von EE-Strom liegen, der Anbieter und Konsumenten unabhängig macht von der Preisregulation durch die Bundesnetzagentur oder einer laufzeitbegrenzten Einspeisevergütung. Möglich wäre dies in autarken Microgrids, d.h. lokalen Energieversorgungsgemeinschaften, die ihren Strom selbst produzieren und konsumieren. Bislang fehlte hier jedoch die Plattform für einen vertrauenswürdigen Handel. Die Blockchain-Technologie könnte hier nun die Wende bringen.

In einer Kurzstudie hat agiplan die Potenziale der Digitalisierung für die Energiewende untersucht mit dem Ergebnis, dass die Blockchain-Technologie durch ihren dezentralen Konsensmechanismus eine Möglichkeit bietet, ein homogenes und dadurch schwer zu differenzierendes Gut wie Strom frei zu handeln. Denn die Technologie sorgt dafür, dass der Handel transparent und sicher abgewickelt werden kann, ohne dass die Abhängigkeit von einer dritten Partei besteht, wie z.B. einem Energieversorgungsunternehmen oder einer Bank.

Blockchain bietet Transparenz, Vertrauen und Sicherheit

Die Logik von Blockchain liegt darin, dass eine Transaktion erst dann ihre Gültigkeit erhält, wenn ein Einvernehmen aller Teilnehmer des Netzwerkes über einen Zustand besteht. Jeder Teilnehmer ist anonym und kann Geschäfte auf ihre Richtigkeit prüfen. Neben Transparenz, Vertrauen und der Anonymität ist Sicherheit ein wesentliches Merkmal der Technologie, welche durch die Blockchain (Blockkette) gewährleistet wird: Jede Transaktion wird nach Prüfung und Validierung als Block an eine Kette gehängt. Jedes Kettenglied hat durch eine individuelle Kennzeichnung und ihre Transaktionsbestandteile einen eindeutig zugewiesenen Platz. Eine Manipulation des Systems, z.B. durch die Duplizierung und doppelte Ausgabe von Kryptogeld ist daher nicht möglich, da diese Auswirkungen auf das gesamte System hätte und sofort erkannt würde.

„Der Kunde weiß exakt, woher er seinen Strom bezieht.“

„Der Peer-to-Peer-Handel von EE-Strom, also der direkte Handel zwischen zwei Haushalten, ist insofern noch nicht etabliert, als bislang zum einen die Datensicherheit fehlte und zum anderen hohe Transaktionskosten die Marktteilnahme für kleine Anbieter erschwerten. Mit Blockchain gibt es nun eine Möglichkeit, manipulationssicher, vertrauensvoll und kosteneffizient Strom direkt zwischen Anbieter und Nachfrager zu handeln. Die Vorteile des Konsumenten: Er weiß exakt, woher er seinen Strom bezieht und kann zudem seinen Stromverbrauch effizienter steuern (Intelligenter Stromverbrauch)“, erläutert Ulf Ries, Consultant im Public Management bei agiplan.

Haushalte würden mit intelligenten Stromzählern (Smart Metern) ausgestattet, die ihre Daten an ein zentrales System senden. Verbrauchsmenge bzw. Bedarf sowie Einspeisevolumen würden den Beteiligten des lokalen Versorgungssystems transparent dargestellt werden. Der Handel und die Abrechnung des Stromverbrauchs erfolgt nach Verbrauch über eine Blockchain ohne zwischen geschaltetem Energieversorger, Netzbetreiber oder einer Bank. Voraussetzung dafür wären jedoch entsprechende regulatorische Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel der kostenreduzierte Zugang zu Verteilnetzen für alle (privaten) Stromanbieter.

agiplan entwickelt Konzepte für Micro- und Smartgrids sowie für den Blockchain basierten Handel von EE-Strom

Agiplan erarbeitet entsprechende Konzepte zur Umsetzung von Blockchain basierten Microgrid-Lösungen: Wir kennen die gesetzlichen Rahmenbedingungen in der Energiewirtschaft und entwickeln gemeinsam mit Gemeinden/Kommunen und Stadtverwaltungen passende und anwendbare Quartiers- und Insellösungen für eine autarke Versorgung mit Erneuerbaren Energien und helfen bei der Umsetzung und Evaluierung von Pilot-Projekten. Darüber hinaus erstellen wir Finanzierungs- und Geschäftsmodelle und kümmern uns um die entsprechenden Förderprogramme.

Um zunächst die Voraussetzungen für die Implementierung solcher Modelle zu schaffen, erstellen wir für unsere Kunden Machbarkeitsstudien, in denen wir das Potenzial einzelner Regionen untersuchen. Wir bringen zudem relevante Stakeholder an einen Tisch, präsentieren Konzeptideen und diskutieren diese kritisch.

Auf diese Weise kann der weitere Ausbau von EE-Anlagen vorangetrieben werden und der Ausstieg aus der fossilen und atomaren Energie in greifbare Nähe rücken. Die Demokratisierung der Energiewende lässt Bürgerinnen und Bürger am Ausbau der EE-Infrastruktur partizipieren und sorgt dadurch für eine höhere Akzeptanz bei EE-Projekten.

Demokratisierung des Energiemarktes:

 

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