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Interview mit Dr. Sebastian Stiehm

Interview mit Dr. Sebastian Stiehm

 

 

"In unseren Projekten sind wir immer am Puls der Zeit und greifen die aktuellen Bedürfnisse von Regionen auf. Zudem macht es viel Freude, in einem Umfeld zu arbeiten, das von großer Wertschätzung geprägt ist. "

Dr. Sebastian Stiehm
Senior Consultant agiplan GmbH

Herr Dr. Stiehm, Sie sind seit rund einem Jahr bei der agiplan tätig, ziehen Sie für uns bitte ein kurzes Zwischenfazit!

Mein Fazit fällt in jedem Fall, sowohl aus fachlicher als auch aus persönlicher Sicht, positiv aus. Der Themenschwerpunkt meines Teams liegt in der Regionalentwicklung. Genau in diesem Gebiet bin ich seit einigen Jahren wissenschaftlich aktiv. Insofern freue ich mich, nun genau da angekommen zu sein, wo ich jetzt etwas Praktisches bewegen und erreichen kann. Darüber hinaus gefällt mir die Art der Zusammenarbeit im Team. Wir verstehen uns gut und man erhält den Freiraum, eigene Themen und Projekte mit zu gestalten. 

Was genau ist Ihre Aufgabe bei agiplan?

Als Senior Consultant bin ich für den öffentlichen Sektor tätig, d.h. ich entwickle gemeinsam mit Kommunen Konzepte zur Stärkung ihrer Standorte. Das betrifft z.B. die Gestaltung von Flächen, aber auch deren Vermarktung. Was mir dabei gut gefällt, ist der Mix aus innovativen Themen, die es zunächst marktreif zu machen gilt, und den – ich nenne es mal – Bestandsthemen, zu denen wir operativ Beratungsprojekte realisieren und an Ausschreibungen teilnehmen.

Ich selbst bin gerade dabei, das Thema „Innovative Stadtentwicklung“ mit dem Fokus auf urbaner Produktion voranzutreiben. In dem Bereich habe ich in den vergangenen Jahren an der RWTH Aachen geforscht und kann nun meine Erkenntnisse in die Praxis übertragen. Kurz gesagt geht es darum, Möglichkeiten zu finden, Produktionsbetriebe in Städten wohnverträglich zu integrieren, um dadurch z.B. Leerstände zu reduzieren und attraktive Arbeitsplätze zu schaffen. Bei agiplan gehen wir dabei so vor, dass wir zunächst den individuellen Bedarf von Städten untersuchen und dann ermitteln, welche urbanen Gebiete sich für die Ansiedlung bestimmter Produktionsformen eignen. Bei dieser Entwicklungsarbeit wird mir von meinen Vorgesetzten viel Vertrauen entgegengebracht, was ich sehr zu schätzen weiß. Parallel dazu bin ich in verschiedenen Kundenprojekten eingebunden.

Wie sieht Ihre Arbeit beim Kunden konkret aus?

An der Entwicklung von Regionen und Standorten sind oftmals viele Interessengruppen beteiligt, die häufig alle von einem starken Wirtschaftsstandort profitieren, dabei jedoch auch unterschiedliche Interessen verfolgen. Dazu gehören die Verwaltungen, die Kammern, wirtschaftliche Akteure und die Bürger. Unsere Aufgabe ist es, diese Gruppen in Interaktion zu bringen und gemeinsam mit ihnen Strategien und Zielbilder zu entwickeln, die für alle Beteiligten tragfähig sind. Als externer und neutraler Partner moderieren wir diese Dialoge und wenden dabei klassische Analyse- aber auch kreative Methoden an. In dem Prozess geben wir Fachimpulse, die Konzepte sind am Ende jedoch ein Gemeinschaftsprojekt der Akteure vor Ort.

Klingt als wären Sie viel unterwegs?

Mein Job ist sehr abwechslungsreich und ich bin selbstverständlich auch bei Kunden vor Ort. Allerdings ist es nicht so extrem, wie es sicherlich in anderen Beratungshäusern der Fall ist, wo man vier bis fünf Tage beim Kunden und einen im Homeoffice verbringt. Ich bin im Schnitt zwei Tage pro Woche unterwegs und die restliche Zeit im Büro oder, wenn es sich anbietet, auch im Homeoffice. Die Mischung passt für mich sehr gut, da ich auf diese Weise auch meine Kollegen aus andere Geschäftsbereichen regelmäßig zu Gesicht bekomme und erfahre, was in der Firma abseits meiner eigenen Projekte läuft.

Sie haben zum Thema „Re-Integration von Produktion in den urbanen Raum im Kontext von Industrie 4.0“  promoviert und sind anschließend zu agiplan gewechselt. Was hat Sie zu diesem Schritt veranlasst?

Für meine Dissertation habe ich ein Expertengespräch mit unserem Geschäftsführer Herrn Dr. Jacobi geführt. Ich habe ihn damals in seiner Rolle als Vorstandsmitglied des Instituts für Unternehmenskybernetik (IfU) in Aachen kennen gelernt und wir haben uns fachlich sowie persönlich schnell gut verstanden. Ein Jobangebot im Bereich Public Management war die Folge.

Welches Projekt war für Sie besonders spannend?

Interessant finde ich aktuell die „Smart Wood Factory“. In dem Projekt entwickeln wir gemeinsam mit der Hochschule Ostwestfalen-Lippe und der Kreiswirtschaftsförderung Lippe eine Leitlinie zur Förderung der innovativen Holzverarbeitung. Ziel ist es, die Stärken der regionalen Wirtschaft herauszustellen und durch eine enge Verknüpfung mit der Wissenschaft überregional zu positionieren.

Was macht Ihnen besonders viel Spaß an Ihrer Arbeit?

Zum einen ist es die Auswahl der Themen, an denen wir arbeiten: Wir sind immer am Puls der Zeit und greifen die aktuellen Bedürfnisse von Regionen auf. Zum anderen macht es viel Freude, in einem Umfeld zu arbeiten, das von großer Wertschätzung geprägt ist. Diese drückt sich auch dadurch aus, dass meine persönlichen Bedürfnisse berücksichtigt werden. Ich kann meine Arbeitszeiten recht frei gestalten oder auch mal von zu Hause arbeiten. Das macht es für mich einfach, Beruf und Privatleben in Einklang zu bringen.